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Aachen, 16.08.2011
Preise für hochwertiges Obst sind stark gestiegen
Pressemeldung für Wirtschaftspresse: Spekulanten versalzen das Frühstück
Die Preise für Rohstoffe zur Herstellung von Konfitüren sind auf dem Weltmarkt drastisch gestiegen: Schuld daran sind Klimawandel, Spekulanten und agrarpolitische Entscheidungen
Weil die Obsternten dieses Jahr so schlecht wie nie zuvor ausgefallen sind und die Nachfrage stark gestiegen ist, gehen Branchenexperten davon aus, dass die Preise für Konfitüre deutlich anziehen werden. Denn die zur Konfitürenherstellung dringend benötigten hochwertigen Früchte haben sich auf dem Weltmarkt erheblich verteuert.
So kosten beispielsweise polnische Erdbeeren saftige 70 Prozent mehr als im Vorjahr. Ähnlich sieht es bei marokkanischen Aprikosen (60 Prozent) oder deutschen Schattenmorellen (30 Prozent) aus. Für die gesamte fruchtverarbeitende Industrie ist die wirtschaftliche Situation kritisch. Zumal auch der Preis für Zucker, nach dem Obst der zweitwichtigste Rohstoff zur Konfitürenproduktion, durch die Decke schießt. Er hat sich binnen einen Jahres um 50 Prozent verteuert.
Es ist keine Entspannung bei den Rohstoffpreisen in Sicht. Das liegt an unterschiedlichen Faktoren. An erster Stelle steht der Klimawandel, der immer gewaltigere Wetterkapriolen mit sich bringt: Heftige Unwetter, extreme Temperaturschwankungen oder anhaltende Trockenphasen bedrohen die Obsternten auf dem ganzen Globus. Doch das ist es nicht allein – Finanzspekulanten bewegen die Kurse an den Frucht- und Zuckerbörsen gezielt nach ihren Gewinninteressen. Längst haben zum Beispiel Hedgefonds dieses Marktsegment für sich entdeckt. Konsequenz: Die Volatilität der Notierungen ist extrem, nicht zuletzt weil auch noch die Fruchtkonzentrathersteller eine gesunde und stabile Preisentwicklung torpedieren.
Für den hohen Zuckerpreis ist zudem die einseitig ausgerichtete Agrarpolitik der EU entscheidend mitverantwortlich. Aufgrund der Reform der Zuckermarktordnung (2006) sanken die Anbauflächen von Zuckerrohr und Zuckerrüben europaweit. Eine unverständliche Maßnahme, werden doch beide Pflanzen auch verstärkt zur Produktion von Biotreibstoff benötigt. Die gegenwärtige Unterversorgung war absehbar.
„Eine solche Situation haben wir noch nie erlebt“, sagt Zentis-Geschäftsführer Karl-Heinz Johnen. „Wir schieben durch die hohen Rohstoffpreise zusätzliche Belastungen von mehr als 50 Millionen Euro vor uns her.“ Kein Wunder: Die Obstpreise schlagen schließlich mit mehr als zwei Dritteln bei den Produktionskosten zu Buche. Vor diesem Hintergrund sind Preisanpassungen in der ganzen fruchtverarbeitenden Branche unausweichlich.
„Wir verhandeln aktuell über Preiserhöhungen. Diese Verteuerung müssen wir leider an die Verbraucher weiterreichen“, bedauert Johnen. Der Geschäftsführer des Aachener Konfitürenherstellers formuliert es sogar noch drastischer: „Es macht ja auch wenig Sinn, 100 Euro von der Bank abzuheben, um sie auf der Straße gegen 75 Euro einzutauschen.“
Zu Zentis:
Zentis ist ein Traditionsunternehmen, das 1893 in Aachen gegründet wurde und sich nach wie vor in Familienbesitz befindet. Heute ist Zentis einer der führenden fruchtverarbeitenden Betriebe Europas und bei Konfitüren und Brotaufstrichen aktuell die Nummer 2 in Deutschland. Zentis verarbeitet ausschließlich Produkte bester Qualität und unter strengsten Kontrollen. Die besondere Qualität der Zentis-Produkte wurde im Jahr 2011 mit mehreren Siegeln der Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft e. V. (DLG) und dem Landesehrenpreis für Lebensmittel NRW ausgezeichnet. Produziert werden u.a. die bekannten Marken Belfrutta Auslese, Original Aachener Pflümli, Zentis Frühstücks-Konfitüre, Zentis Balance, 75% Frucht, Fein Cremig und Nusspli. Eine Spezialität von Zentis sind innovative Entwicklungenfür die Milchwirtschaft wie stabile Cerealien für Joghurts. Zentis beschäftigt im Stammwerk Aachen 1.300 Mitarbeiter/-innen und 585 weitere in Niederlassungen in Polen, Ungarn, Russland, den USA und China. Für seine Bemühungen um einen aktiven Umweltschutz wurde das Unternehmen mehrfach ausgezeichnet. Zentis ist der führende fruchtverarbeitende Betrieb Europas, ein leistungsstarker und innovativer Partner für weiterverarbeitende Industrie und nicht zuletzt eine starke Marke. Das Unternehmen ist in vier Geschäftsfelder gegliedert: Süße Brotaufstriche (Qualitätskonfitüren, Gelees und süße Cremes), Fruchtzubereitungen für Back- und Süßwarenindustrie, Süßwaren (Marzipan- und Schokoladenspezialitäten für Handel und Industrie) sowie Fruchtzubereitungen für die Milchwirtschaft.
